Rettung für das Bruckmühler Freibad

Im Interview: Michael Wagner-Fischer, neuer Vorsitzender des Schwimmbadvereins

Bruckmühl – Das neue Jahr beginnt in Bruckmühl mit einer guten Nachricht: Das Freibad ist gerettet. Nachdem Stefan Prade, der Vorsitzende des Schwimmbadvereins Bruckmühl, aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurücktrat, war der Vorsitz lange vakant. Jetzt steht fest: Das Bad öffnet im Mai 2020, denn mit Michael Wagner-Fischer (36) fand sich ein neuer Vorsitzender. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärt er, wie er den Verein und das Freibad in sicheres Fahrwasser führen will.

Herr Wagner-Fischer,
woher kommt die Rettung für das Schwimmbad in Bruckmühl?

Michael Wagner-Fischer: Aus Bad Aibling (lacht). Ich lebe hier und arbeite als Fachangestellter für Bäderbetriebe in der Therme Bad Aibling. Von meinem Kollegen Stefan Lehmann, der seit 2019 im Ehrenamt der Betriebsleiter des Freibades Bruckmühl ist, wurde ich „angeworben“. Nun bin ich nicht nur eines der jüngsten Mitglieder des Schwimmbadvereins Bruckmühl, sondern zugleich sein neuer Vorsitzender.

Was hat Sie
dazu bewogen?

Ich will das Freibad retten. Wenn man sieht, wie schlecht Kinder, Jugendliche und Erwachsene heute schwimmen, darf kein weiteres Bad schließen. Es ist wichtig, dass es ausreichend Möglichkeiten gibt, wo sie das Schwimmen lernen und üben können, und wo sie letztlich auch beim Schwimmen entspannen können.

Wie lange sind Sie schon in der Branche tätig?

Seit 20 Jahren. Ich habe mit 16 Jahren im Freibad Harthausen als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer Aufsichten gemacht, war viele Jahre auch Schwimmausbilder der DLRG und sehe heute auch in meinem Beruf täglich, wie es um die Wassersicherheit der Besucher bestellt ist.

Hat das Bruckmühler Freibad eine Überlebenschance?

Auf jeden Fall. Das beweist der Verein seit fast 50 Jahren. Und wir führen diese Tradition fort.

Was steht derzeit
auf Ihrer Agenda?

Meine wichtigsten Aufgaben sind Mitgliedergewinnung, Personalplanung und natürlich die Werbung für unser Freibad. Zur Zeit arbeite ich mich aber erst einmal durch alle Unterlagen, beschäftige mich mit Vereins- und Arbeitsrecht und plane den Personaleinsatz.

Und nach dem Winter?

Dann schauen wir erstmal, wie der Winter unserem Freibad bekommen ist. Zur traditionellen „Auswinterung“ eines Freibades gehört es, die Anlagen zu reinigen, die Mess- und Regeltechnik zu prüfen, kleine Reparaturen auszuführen und die Anlage insgesamt „aufzuhübschen“.

Das Bad ist ja nicht
mehr das jüngste…

Ja, aber auch mit seinen 48 Jahren immer noch in einem guten Zustand. Kleine Mängel sind leicht zu beheben. Wir werden versuchen, einige Anlagen zu renovieren. Für die Fliesenarbeiten an den Kinder- und Kneippbecken haben wir im Verein Leute. Auch die Duschen am Becken müssen erneuert werden. Und für die Farbe des Schwimmbeckens suchen wir eine langfristige Lösung.

Wird der Verein
von der Marktgemeinde unterstützt?

Ja. Allein, dass der Bürgermeister Zweiter Vorsitzender des Schwimmbadvereins ist, ist doch schon ein Bekenntnis zum Erhalt des Bades. Wir bekommen jährlich einen Zuschuss. Der Bauhof hilft, wo er kann und Kapazitäten hat. Das ist ein Geben und Nehmen. Aber schließlich wird das Freibad auch für die Schulen gebraucht. Da unser Becken dauerhaft eine Wassertemperatur von 24 Grad Celsius hat, ist es wirklich von Mai bis September nutzbar.

Werden Sie auch Schwimmkurse anbieten?

Auf jeden Fall. Das Bruckmühler Freibad ist ein Familienbad und dem wollen wir natürlich mit unseren Angeboten gerecht werden. Wir denken an Schwimmkurse für junge Familien mit Kindern, vielleicht auch an Wassergymnastik. Und wir denken auch über eine Veränderung der Öffnungszeiten nach. Mal sehen, ob wir das schaffen.

Wovon hängt das ab?

Vom Personal. Festangestellte kann sich der Verein nicht leisten. Und Aushilfen für die Badaufsicht zu finden, deren Rettungsschwimmerprüfung nicht älter als drei Jahre ist, die über einen frischen Erste-Hilfe-Kurs verfügen und auch noch dann Zeit haben, wenn wir sie brauchen, ist nicht so einfach.

Und die dazu bereit sind, diese große Verantwortung zu übernehmen…

Ja, auch das ist richtig. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass in einem Bad immer etwas passieren kann, vom Bienenstich über den Ausrutscher bis zum Wasserschlucken. Aber dafür werden die Leute ja ausgebildet.

Welche ehrenamtlichen Aufgaben gibt es noch?

Wir suchen auch Ehrenamtliche für die Grünpflege und viele andere Kleinigkeiten.

Bleibt der Kiosk
erhalten?

Selbstverständlich. Und der Betreiber Robert Schnitzenbaumer hat für die bevorstehende Saison an seinem Imbiss auch schon wieder jede Menge neuer Ideen.

Der Verein hat derzeit 3500 Mitglieder – darunter circa 1600 Aktive.
Wozu brauchen Sie noch mehr Mitglieder?

Jeder Mensch bekennt sich durch seine Mitgliedschaft im Schwimmbadverein zum Erhalt des Freibades Bruckmühl. Und jeder zusätzliche Jahresbeitrag von 35 Euro sichert die Finanzierungsgrundlage für unser Bad.

Haben Sie schon eine Idee für den Auftakt der neuen Freibadsaison?

Wir werden die Freibaderöffnung mit einem großen Tag der offenen Tür für unsere Mitglieder und die Bevölkerung ganz besonders zelebrieren, das Bad, die Grünanlage, Spielflächen und unser neues Programm präsentieren. Es gibt immer noch Bruckmühler, die nicht wissen, dass es vor Ort ein Freibad gibt. Und das wird sich 2020 garantiert ändern.

Interview: Kathrin Gerlach

Kathrin Gerlach

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